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Gewalt nimmt drastisch zu

Angriffe auf Bahnpersonal: Zahl der Straftaten seit 2013 verdreifacht

Bahnpersonal im Fokus: Seit Jahren nimmt die Zahl der Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn zu.
Bahnpersonal im Fokus: Seit Jahren nimmt die Zahl der Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn zu.

Hannover/Berlin. Der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz durch den Angriff eines Fahrgastes hat Deutschland erschüttert. Der Fall rückt ein seit Jahren wachsendes Problem in den Vordergrund: Aggression und Gewalt gegen Personal der Deutschen Bahn.

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Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist die Zahl der Übergriffe auf Bahnpersonal in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2987 Straftaten gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn zwischen Januar und Oktober gemeldet. Für die letzten Monate veröffentlichte das Innenministerium noch keine Zahlen. Der Hochrechnung zufolge dürfte es im Jahr 2025 insgesamt rund 3600 Straftaten gegen Bahn-Beschäftigte gegeben haben.

In 1148 Fällen wurde Personal bedroht, bei 1231 Fällen handelte es sich um Körperverletzung. 324 Mal mündete der Übergriff in einer gefährlichen Körperverletzung.

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Zahl der Straftaten in zwölf Jahren verdreifacht

Laut den Angaben des Bundesinnenministeriums hat sich die Zahl der Straftaten gegen Bahn-Beschäftigte seit 2013 verdreifacht. Damals waren es noch 1999 gemeldete Übergriffe. In den Jahren danach stieg die Zahl der Angriffe immer weiter an. Mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ging die Zahl etwas zurück, da in dem Jahr deutlich weniger Menschen mit der Bahn gefahren waren. Danach ging der Wert wieder nach oben.

Der 36 Jahre alte Zugbegleiter war am Montag bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress bei Kaiserslautern von einem Schwarzfahrer mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb am frühen Mittwochmorgen in einer Klinik.

Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter griechischer Fahrgast, sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn ist Haftbefehl wegen versuchten Totschlags ergangen.

Bahn-Mitarbeiter und Bundespolizisten gedenken des bei nach einem Angriff verstorbenen Zugbegleiters. Der Mann war bei einem Angriff im Zug von einem Fahrgast am Montagabend in Rheinland-Pfalz lebensgefährlich verletzt worden und am Morgen in Folge der Verletzungen verstorben. (zu dpa: «Kein Fahrschein, aber Faustschläge - Zugbegleiter stirbt»)

Ein sinnloser Tod, der uns alle angeht

Ein Zugbegleiter der Bahn verliert sein Leben, weil er einen Schwarzfahrer erwischt. Die Menschen im Land sind fassungslos, müssen sich aber auch selbst fragen: Wie konnte es so weit kommen? Ein Kommentar von Maximilian König.

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Bahn-Bündnis: Mehr Personal ist bester Schutz

Das Bahn-Bündnis Allianz pro Schiene fordert als Reaktion auf den tödlichen Angriff mehr Personal. „Der beste Schutz für die Beschäftigten und die Fahrgäste ist mehr Bahnpersonal – sowohl im Nahverkehr als auch an den Bahnhöfen“, sagte Geschäftsführer Dirk Flege dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Körperliche Angriffe ließen sich aber auch in Zukunft nie ganz vermeiden.

Forderungen, etwa nach Bodycams, gehen Flege nicht weit genug. „Die Fahrgäste fühlen sich mit zusätzlichem Bahnpersonal wohler und sicherer als mit mehr Videotechnik oder Dauerpolizeipräsenz. Auch Gesetzesverschärfungen können nur Zusatzmaßnahmen sein“, sagte er.

Die Kosten für das zusätzliche Bahnpersonal im Nahverkehr und an den Bahnhöfen sollten Bund und Länder tragen. „Das sollte es uns nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter wert sein“, sagte Flege.

Bahn: Auch Reinigungskräfte oder Servicekräfte Opfer von Angriffen

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass im Jahr 2025 die Hälfte der Angriffe das Zugpersonal im Regionalverkehr betrifft. „Auf Sicherheitskräfte entfällt gut ein Drittel“, sagte ein Bahnsprecher. „Auch Reinigungskräfte oder Servicekräfte am Bahnhof werden Opfer von Angriffen.“ Es gebe eigens eine App, um solche Taten zu melden.

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Mehr und mehr Mitarbeitende würden daher mit Bodycams ausgerüstet, sofern diese das wünschten. Die Erfahrungen damit seien positiv. „Sie können Konflikt deeskalieren, wenn ein Angreifer sich auf dem Bildschirm sieht.“ Auch Trainings zur Deeskalation gehörten beispielsweise zur regelmäßigen Fortbildung der etwa 20.000 Bahnmitarbeiter mit Kundenkontakt. „Aber bei einer derart hemmungslosen Gewalt, wie wir sie jetzt erlebt haben, gibt es keinen hundertprozentigen Schutz“, sagte der Bahnsprecher.

Mit Material der dpa.