Starkes Ergebnis: Friedrich Merz als CDU-Parteichef wiedergewählt

Stuttgart. Bundeskanzler Friedrich Merz ist mit einem starken Ergebnis im Amt als CDU-Vorsitzender bestätigt worden. Der 70-Jährige erhielt beim Parteitag in Stuttgart am Freitag 91,17 Prozent der Stimmen. Es ist seine erste Wiederwahl, seitdem er Bundeskanzler ist.
Die Wahl hatte sich um Stunden verzögert, weil eine digitale Abstimmung aufgrund technischer Probleme nicht möglich war und doch wieder auf Papier gewählt werden musste.
Bei seiner ersten Wahl zum CDU-Vorsitzenden während der Corona-Pandemie 2022 war Merz bei einem Online-Parteitag mit 94,6 Prozent der Stimmen gewählt und später mit 95,3 Prozent per Briefwahl bestätigt worden. Bei seiner Wiederwahl vor zwei Jahren hatte er 89,8 Prozent bekommen. Die CDU wertet im Gegensatz zu anderen Parteien Enthaltungen als ungültige Stimmen.
Merz: „Wir sind die Zukunfts-Partei“
Merz hatte mit einer nachdenklichen und in einigen Passagen selbstkritischen Rede die 1001 Delegierten auf große Herausforderungen für die CDU, die Union und die schwarz-rote Bundesregierung eingestimmt. Er mahnte, die CDU müsse sich ihrer Verantwortung für Deutschland bewusst sein. „Wir sind die Zukunfts-Partei, die Macher-Partei, die Partei der Zuversicht“, hatte er dem Parteitag zugerufen. Er bat die Christdemokraten aber auch um Geduld. In der Koalition mit der SPD müssten Kompromisse geschlossen werden.
In dem außenpolitischen Teil seiner Rede über die neue Weltordnung ohne die alte Verlässlichkeit der USA war Unruhe in der Halle in der Stuttgarter Messe zu spüren. Diese Stimmung drehte sich, als er zum innenpolitischen Teil überging. „Ich will nicht nur moderieren, ich will nicht nur den kleinsten gemeinsamen Nenner als unser Ziel ausrufen“, sagte mit Blick auf Kritik an seiner anfänglichen Ankündigungspolitik, ohne dass Versprechen wie etwa eine Strompreissenkung für alle umgesetzt wurden. Die Bürger waren davon ausgenommen worden.
„Bösartige Unterstellung“
Zu Vorwürfen, die CDU sei in der Sozialpolitik hartherzig und bezichtige die Menschen der Faulheit, sagte Merz: „Das ist eine bösartige Unterstellung.“ Aber: „Ich will mich nicht von Denkfaulheit herunterziehen lassen.“
„Ich möchte aufbauen“, betonte der 70-Jährige. „Ich will antreiben, ich möchte uns zu Höchstleistung motivieren“, „Deutschland muss zur Höchstform auflaufen“, hatte er unter dem Beifall der Delegierten gerufen.



