Die 6 geheimnisvollsten Ausflugsziele in Thüringen
Die Sage von Kaiser Barbarossa, der in einem unterirdischen Reich unter dem Kyffhäusergebirge auf seinen erlösenden Moment wartet, kennst du vielleicht. Dass es auf Luthers Wartburg spuken soll, überrascht dich vielleicht auch weniger. Doch was ist mit Spuren der alten Kelten und Germanen, die sich im Naturpark Hainich, einem mystischen Wald mit seinen uralten Bäumen und geheimnisvollen Lichtungen, finden lassen?
Oder hast du schon einmal von der Teufelskanzel im Eichsfeld gehört, von wo aus Satan angeblich seine Verführungskünste zum Besten gegeben haben soll? Und das Thüringer Schiefergebirge soll Schätze und unentdeckte Geheimnisse verbergen. Wir zeigen dir die geheimnisvollsten Orte für einen Ausflug in Thüringen.
1. Schluchtentour bei Eisenach
Magst du es romantisch? Liebst du die Natur? Oder begeistert dich Geologie? Dann kommst du in der Drachenschlucht bei Eisenach voll auf deine Kosten. Südlich von Eisenach gelegen, windet sich eine Klamm durch den Thüringer Wald. Die engste Stelle des Wanderwegs durch die Schlucht ist nicht breiter als 70 Zentimeter. An die Drachenschlucht grenzen die Landgrafenschlucht und die Ludwigsklamm.
Erkunden kannst du sie am besten vom Mariental, das du auch zu Fuß oder mit dem ÖPNV erreichen kannst. Ab dort führt dich eine Wandertour durch die bemoosten, nahezu senkrechten Felsen der Drachenschlucht. Der rauschende Marienbach strömt direkt unter den Gitterrosten hinweg. An der Hohen Sonne am Rennsteig angekommen, kannst du dich bei einer Thüringer Bratwurst am Grill stärken und den Blick zur Wartburg genießen.
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2. Saalfelder Feengrotten
Ein ehemaliges Schieferbergwerk ist die Kulisse der magischen Feengrotten bei Saalfeld am Rande des Thüringer Schiefergebirges. Sie gelten seit 1993 als „die farbenreichsten Schaugrotten der Welt“ und sind sogar im Guinness-Buch der Rekorde gelistet.
Grund: ihre farbigen Tropfsteine, welche aufgrund des eisen- und mineralreichen Milieus in verschiedenen Farben zu leuchten scheinen. Führungen, sogar spezielle für Kinder, werden durch die Grotten angeboten.
Zur Höhle gehört auch das Erlebnismuseum „Grottoneum“ samt einem Gasthaus. In dessen Treppenhaus kannst du die original erhaltenen Glasmosaikscheiben bewundern, die auf die Bedeutung und Heilkraft der Wässer der Feengrotten hinweisen.
3. Die Steinerne Rose
In Schottland gibt es welche, in Irland auch – und in Thüringen: eine steinerne Rose, geschaffen vom Floristen namens Natur. Dieses Naturdenkmal stammt aus der Devon-Periode der Erde und ist somit gute 390 Millionen Jahre alt und entstand – einfach erklärt – durch Vulkanismus und Verwitterungsprozesse, die aus dem Diabastgestein schalenartig Formen schufen, sodass es nun wie eine Rosenknospe aussieht.
Bestaunen kannst du die Thüringer „Steinerne Rose“ in Saalburg-Ebersdorf, etwa 700 Meter nördlich vom Stadtteil Kloster an der Ostbucht des Bleilochstausees findest du sie an einem Felshang. Übrigens wurde die „Steinerne Rose“ 2013 bei einer Umfrage der Heinz Sielmann Stiftung und des Europarc Deutschland e.V. zum zweitschönsten Naturwunder Deutschlands gekürt. Weitere kleinere Rosen „blühen“ am Schlossfelsen in der Kleinstadt Ronneburg, östlich von Gera.
4. Garten der Glückseligkeit
Ein kleines Stück Japan mitten im thüringischen Bad Langensalza: der Garten der Glückseligkeit. Ganz, wie es sich gehört, tauchst du im Japanischen Garten „Kofuku No Niwa“ ein in einen Ort der Stille und Harmonie. Es gibt verschiedene Abteilungen, die die verschiedenen Landschaften und deren Wandeln in den Jahreszeiten widerspiegeln. „Garten des Erwachens“ oder „Garten der Besinnung“ heißen sie.
Teichlandschaften mit Iris und Seerosen wirst du im Sommer bewundern können, wenn du über die Holzstege flanierst, vorbei an einem Wasserfall weiter zum Kirschgarten – ein Highlight im April – zum Azaleengarten. In Form gebracht im O-karikomi-Stil, zeigen sie im Mai ihre Blütenpracht. Kiefern und Ahorne runden das Japan-Feeling ab.
Eine weitere Besonderheit des Japanischen Gartens ist die Trockenlandschaft: Geharkte Formen im Sand lassen dich sehr wahrscheinlich zur Ruhe kommen – und wenn nicht, kannst du ja noch die Holzpavillons bewundern.
Tipp: Darüber hinaus bietet dir Bad Langensalza neun weitere Parks und Themengärten: den Rosengarten, den Botanischen Garten, ein Arboretum, einen Magnolien- und Apothekergarten am Thüringer Apothekenmuseum sowie den Naturgarten, den Kur- und Schlösschenpark sowie den Traco-Park.
5. Die Barbarossahöhle
Die Sage besagt, dass Kaiser Friedrich I. – wegen seines roten Bartes auch Barbarossa genannt – in einer Höhle tief im Kyffhäusergebirge verzaubert schläft, erwacht und der Welt Frieden und Eintracht bringen soll, sobald keine Raben mehr um den Berg fliegen. Es wird erzählt, dass er in einem unterirdischen Schloss an einem Marmortisch sitzt, mit goldener Krone auf dem Kopf. Des Kaisers Bart soll durch diesen Tisch hindurch und schon zweimal um diesen herumgewachsen sein.
Barbarossa wirst du vermutlich nicht im Kyffhäuser treffen, aber seine Höhle ansehen, auf die sich die Sage bezieht, solltest du trotzdem. Die Barbarossahöhle liegt sechs Kilometer vom Soleheilbad Bad Frankenhausen entfernt, ist 15.000 Quadratmeter groß und gilt als eines der außergewöhnlichsten Naturdenkmäler Europas.
Denn sie ist eine von weltweit nur zwei existierenden Schauhöhlen in Anhydritgestein – also eine geologische Rarität. Bergleute entdeckten die Höhle zufällig im Dezember 1865 auf der Suche nach Kupferschiefer. Bereits nach zwei Wochen eröffneten die Thüringer hier eine Schauhöhle.
Inzwischen kannst du auf einer 800 Meter langen, geführten Entdeckungstour riesige Hohlräume – man kann sogar in einer heiraten – sehen, sowie diverse faszinierende Gesteinsstrukturen wie „Gipsperlen“, „Schlangengips“ und „Alabasteraugen“ bestaunen. Dazu verleihen die kristallklaren, blaugrün schimmernden Seen mit ihren Spiegelungen ein mystisches Ambiente.
Die Höhle ist ganzjährig geöffnet und bietet dir auch bei schlechtem Wetter ein interessantes Ausflugsziel. Du solltest festes Schuhwerk und warme Kleidung tragen, da die Temperatur in der Höhle konstant bei etwa neun Grad Celsius liegt.
6. Teufelskanzel
Glaubt man den Sagen des Eichsfelds, soll der Teufel auf dem Höheberg, einem Höhenzug des Unteren Werraberglandes, eine seiner vielen Wetten verloren haben. „Der Teufel rühmte sich einst auf einer Hexenvolksversammlung auf dem Brocken seiner großen Kräfte. Nach seiner Rede fragten einige, ob er auch einen so großen Felsblock wie seine Kanzel tragen könne, ohne sich auch nur ein einziges Mal auszuruhen. Der Teufel meinte, das sei ihm ein Leichtes, packte den Block auf und zog los. Der Weg war aber sehr anstrengend.
Als er in die Nähe der Burg Hanstein kam, war es dort so still und menschenleer, dass er dachte: Hier sieht dich niemand, hier kannst du ausruhen. Die Ruhe dauerte aber nicht lange, eine Hexe kam auf ihrem Besenstiel vom Blocksberg und sah den Teufel liegen. Erschrocken und zornig zugleich, sich auf diese Weise ertappt zu sehen, fuhr er in die Luft, ohne sich weiter um den Felsen zu kümmern“, schildert es Ludwig Bechstein in seinem 1853 erschienenen Deutschen Sagenbuch.
Der besagte Felsbrocken, die Teufelskanzel, befindet sich in 452 Metern Höhe und liegt fast senkrecht an einer Hangkante hoch über dem Werratal. Er besteht aus verschiedenen Sandsteinschichten. Aufgrund seiner Lage und des Ausblicks zur hufeisenförmigen Werraschleife mit den Dörfern Lindewerra und Oberrieden ist die Teufelskanzel ein beliebter Aussichtspunkt mit mystischem Flair.
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