Diese griechische Insel ist bei Deutschen besonders beliebt

Manchmal ist die Suche nach einem Sommerurlaubsziel in Europa gar nicht so einfach. Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei sind zwar traditionell die beliebtesten Reiseländer der Deutschen und bieten eine große Auswahl an schönen und zugleich günstigen Destinationen. Doch je preiswerter die Pauschalreise und je beliebter der Urlaubsort, umso mehr Touristinnen und Touristen sind zu erwarten. Viele Urlauberinnen und Urlauber suchen deshalb nach einem Kompromiss. Günstig soll es sein, aber auch nicht zu überlaufen.
Eine Hilfestellung bieten aktuelle Daten von Eurostat. Die EU-Statistikbehörde hat das Mengenverhältnis zwischen Einheimischen und Reisenden in beliebten Touristenorten untersucht. Ergebnis: die südliche Ägäis – dazu zählen zum Beispiel Santorin und Mykonos – ist die überlaufenste Reiseregion in der Europäischen Union. Im Auswertungsjahr 2022 kamen dort im Durchschnitt 110 Übernachtungen auf eine einheimische Person.

Griechenland belegt in der Statistik auch Platz zwei: Auf den Ionischen Inseln, zu denen Korfu zählt, kommen auf eine einheimische Person 81 touristische Übernachtungen. Dahinter folgen Kroatien, Südtirol und die Balearen.
Die griechischen Inseln im „Sommer-Check“
Wer im Sommer 2024 auf eine griechische Insel ohne viel Touristentrubel reisen möchte, sollte also genau hinschauen. Welche Insel wird am häufigsten gebucht? Und wo sind die Preise am niedrigsten?
Dazu liefert eine weitere Auswertung Antworten. Für einen „Sommer-Check“ der griechischen Inseln hat das Vergleichs- und Buchungsportal „Check24“ seine Daten analysiert und aus der Gesamtzahl der Buchungen von Pauschalreisen in den Sommerferien (Anreise zwischen 20. Juni und 9. September) ein Beliebtheitsranking erstellt. Ausgewertet wurden dabei alle Buchungen bis zum 14. Mai 2024.
Auf Kreta gibt’s den größten Trubel
Die bei deutschen Pauschalurlauberinnen und ‑urlaubern beliebteste griechische Insel ist demnach Kreta. Das Eiland im Süden Griechenlands wurde bei „Check24“ am häufigsten gebucht. Platz zwei belegt Rhodos, gefolgt von Kos auf Platz drei.

Heißt: Auf Kreta, Rhodos und Kos tummeln sich in den Sommerferien 2024 die meisten deutschen Touristinnen und Touristen. Darunter sind laut „Check24“ besonders viele Reisende mit Kindern. „Auf Kreta, Rhodos und Kos ist rund jede zweite Reise ein Familienurlaub“, heißt es in der Buchungsauswertung. Auch Korfu und Paxi, die zu den Ionischen Inseln zählen und gemeinsam Platz vier belegen, seien bei Familien beliebt: „In den kommenden Sommerferien verbringen dort sechs von zehn Reisenden ihren Urlaub mit Kindern.“
Santorin besuchen wenig Pauschalreisende
Um die ruhigsten griechischen Inseln der Auswertung auszumachen, muss man die Tabelle von hinten lesen. Die von Pauschalreisenden am seltensten gebuchten griechischen Inseln sind nach Angaben des Vergleichsportals Santorin, Thassos, Samos und Zakynthos. Dort sind auch Familien mit Kindern laut Studie weniger stark vertreten: „Samos und Santorin sind eher Paardestinationen. Bei beiden griechischen Inseln entfallen nur zwei von zehn Buchungen auf Familien mit Kindern.“ Thassos und Zakynthos seien ebenfalls „vorwiegend Reiseziele für Paare“.

Hier die meistgebuchten Pauschalreiseziele im Überblick:
- Platz 1: Kreta
- Platz 2: Rhodos
- Platz 3: Kos
- Platz 4: Korfu und Paxi
- Platz 5: Zakynthos
- Platz 6: Samos
- Platz 7: Thassos
- Platz 8: Santorin
Preise in Griechenland ziehen deutlich an
In einem zweiten Schritt hat das Vergleichsportal die Preise für Pauschalreisen im Jahr 2024 mit denen von 2023 verglichen. Ergebnis: Urlaub auf den acht beliebtesten griechischen Inseln hat sich im Durchschnitt um 7 Prozent verteuert – von 126 auf 135 Euro pro Person und Tag.

Die größten Preisanstiege gibt es laut „Check24“ auf Kos (9 Prozent), Zakynthos (8 Prozent) sowie auf Kreta und Samos (7 Prozent). Die geringste Teuerung verzeichnet laut Ranking Thassos. Dort seien die Preise im Vorjahresvergleich nur um 2 Prozent gestiegen.
Santorin ist fast doppelt so teuer wie Samos
Im Insel-Vergleich ist das überlaufene Santorin bei Pauschalreisenden eher unbeliebt (siehe oben). Das liegt offenbar nicht nur am Gedränge, sondern auch an den hohen Preisen, denn für einen Tag auf der romantischen Insel mit ihren berühmten weißen Häusern zahlt jede Person im Durchschnitt 175 Euro. Damit ist Santorin – wie schon im Vorjahr (169 Euro) – die teuerste griechische Insel. Dahinter liegen Kos (145 Euro) und Rhodos (138 Euro).

Die mit Abstand niedrigsten Preise zahlen Pauschalreisende laut Ranking dagegen auf Samos. Für jeden Reisetag fallen dort im Durchschnitt 90 Euro an – fast halb so viel wie auf Santorin. Thassos (112 Euro) belegt im Ranking der günstigsten Tagespreise Platz zwei, gefolgt von Korfu und Paxi (116 Euro) auf Platz drei.
Hier die Tabelle der günstigsten griechischen Inseln (Ausgaben pro Person und Tag) in der Übersicht:
- Platz 1: Samos (90 Euro)
- Platz 2: Thassos (112 Euro)
- Platz 3: Korfu und Paxi (116 Euro)
- Platz 4: Kreta (133 Euro)
- Platz 5: Zakynthos (134 Euro)
- Platz 6: Rhodos (138 Euro)
- Platz 7: Kos (145 Euro)
- Platz 8: Santorin (175 Euro)
Diese Inseln sind vergleichsweise günstig und wenig überlaufen
Was bedeuten die Buchungs- und die Preisauswertung für den Sommerurlaub 2024? Legt man beide Statistiken übereinander, scheint ein Urlaub auf Samos der bestmögliche Kompromiss zu sein. Denn dort sind die Ausgaben am niedrigsten (Platz 1) und es gibt vergleichsweise wenige Touristinnen und Touristen (Platz 6).

Auch Thassos und Zakynthos bieten niedrige Preise und mehr Ruhe als die meisten anderen Inseln. Martin Zier, Geschäftsführer Pauschalreise bei „Check24“: „Weniger bekannte Inseln wie Samos und Thassos bieten attraktive Preise und sind echte Geheimtipps.“
Günstige Last-minute-Preise für Spontane
An den Preisen für Pauschalreisen auf den griechischen Inseln lässt sich aber noch etwas drehen – zumindest, wenn man in den Sommerferien spontan verreisen kann. Denn bei Last-minute-Buchungen sind laut „Check24“ Ersparnisse von bis zu 19 Prozent möglich.
Beispiel: Für zehn Tage im Vier-Sterne-Hotel auf Kreta zahlten Frühbucher-Paare zuletzt 3682 Euro. Die gleiche Reise gibt’s nun zum Last-minute-Preis 577 Euro günstiger. Martin Zier von „Check24“: „Um günstige Last-minute-Schnäppchen zu finden, sind Flexibilität beim Reiseziel, beim Zeitraum und bei den Reisezeiten entscheidend.“
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