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Wird die Unglücksmaschine bald gefunden?

Weitere Suche nach MH370: Flugzeuge, die bis heute verschwunden sind

Der Schatten eines Flugzeugs über einem Strand mit türkisblauem Wasser.
Manche Flugzeuge bleiben bis heute verschwunden.

Es sind Szenarien, die uns gruseln, aber auch faszinieren: Passagierflugzeuge, die plötzlich vom Radar verschwunden und bis heute nicht wieder aufgetaucht sind. Mal sind es ausgedachte Plots, mal bittere Realität.

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So beschäftigte sich zum Beispiel die erfolgreiche Netflix-Serie „Manifest“ mit einem Flugzeug, das nach fünf Jahren wieder auftaucht. Sie handelt von Flug 828 und einer Familie, die sich nach einem ausgiebigen Urlaub von Jamaika auf den Weg nach Hause macht. Sie teilen sich auf und nehmen zwei unterschiedliche Flüge.

Während Mutter, Tochter und Großeltern sicher zu Hause ankommen, bleibt das Flugzeug mit Vater, Sohn und Tante verschollen – bis es fünf Jahre später plötzlich wieder auftaucht. Das Staffelfinale im Jahr 2023 löste das Mysterium um Flug 828. In der Realität ist das nicht immer so.

Verschollene Flugzeuge: Serien versus Realität

Flug MH370 ist wohl das bekannteste und mysteriöseste Flugzeugverschwinden unserer Zeit: Vor mehr als elf Jahren, am 8. März 2014 um 1.21 Uhr, verschwand die Maschine kurz nach dem Start in Kuala Lumpur vom Radar.

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239 Menschen waren an Bord, sie wollten in die chinesische Hauptstadt Peking. Unter ihnen war auch eine Gruppe von Künstlern, die kürzlich ihre Ausstellung in Kuala Lumpur beendet hatten. Vielleicht waren sie beim Boarding dem berühmten Kung-Fu-Stuntman begegnet, der ebenfalls in der Maschine Platz genommen hatte.

Die Maschine kam nicht in Peking an. Später wurden Trümmerteile des Flugzeugs an mehreren Küsten entlang des Indischen Ozeans angeschwemmt, doch den Rumpf des Flugzeugs, die Insassinnen und Insassen oder den Flugrekorder konnte bis heute niemand finden.

Mehr als zwei Jahre lang suchten Menschen aus China, Malaysia und Australien den Grund des Ozeans ab und beendeten die Suche im Januar 2017 – ohne Erfolg. Seitdem starteten immer wieder neue Suchkommandos. Die Regierung in Malaysia erklärte Anfang Dezember, dass am 30. Dezember 2025 ein neuer Versuch starten soll.

Ein Mann hält eine Karte in den Händen und im Hintergrund hängt eine Grafik von dem Flugzeug des Fluges MH370.
Das Rätsel um Flug MH370 ist bis heute ungeklärt.
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Wird das Wrack doch noch gefunden?

Ein australischer Forscher wollte das Flugzeugwrack vor einigen Jahren geortet haben. Vincent Lyne von der University of Tasmania behauptet in einer Studie, den genauen Standort des Wracks lokalisiert zu haben – in einem 6000 Meter tiefen Loch, berichtete unter anderem das RedaktionsNetzwerk Deutschland. Es sei „ein perfektes Versteck“, schrieb Lyne in einem Beitrag auf LinkedIn.

Das Loch befinde sich im südöstlichen Indischen Ozean, einer „sehr zerklüfteten und gefährlichen Meeresumgebung“, beschreibt der Forscher. Seine Studie stammt bereits aus dem Jahr 2021, wurde allerdings jetzt 2024 vom renommierten Fachblatt „Journal of Navigation“ nach einem Peer-Review-Verfahren akzeptiert und veröffentlicht. Lyne forderte daraufhin die Behörden auf, den von ihm lokalisierten Standort zu untersuchen.

Er sei überzeugt, dass die Maschine nicht abgestürzt ist, sondern dass der Pilot auf dem Wasser landen wollte. Das erkläre Schäden an gefundenen Flugzeugteilen, die Ähnlichkeiten mit denen der kontrollierten Notwasserung von Kapitän Chesley „Sully“ Sullenberger auf dem New Yorker Hudson River im Jahr 2009 hätten.

Gefundene Wrackteile eines verschwundenen Flugzeugs sind ausgestellt.
Schäden an gefundenen Wrackteilen könnten auf eine versuchte Notlandung auf dem Wasser hindeuten.

Suche nach Flug MH370 vor australischer Küste

Tatsächlich startet 2025 eine Suche nach dem Flugzeugwrack, etwa 1500 Kilometer vor der Küste Australiens. Die Spezialfirma Ocean Infinity wollte mit Hilfe eines Tiefsee-Versorgungsschiffs und autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUVs) den Meeresboden auf einem Gebiet von rund 15.000 Quadratkilometern nach Spuren der vermissten Boeing 777 absuchen, berichtete unter anderem der australische Sender „9News“.

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Im Internet gibt es verschiedene weitere Theorien zum Verschwinden von MH370. Mal ist von einer Entführung die Rede, mal von Zwischenfällen an Bord, mal von einem versehentlichen Abschuss durch das Militär. Doch keine dieser Theorien kann bisher bewiesen werden. Die Flugreisenden wurden inzwischen für tot erklärt.

Vermisste Flugzeuge: Verschwunden im Bermudadreieck

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass immer wieder Flugzeuge vom Radar verschwunden sind. Besonders oft im Jahr 1948. Am 30. Januar machte sich die Passagiermaschine „Star Tiger“ der British South American Airways mit 31 Menschen an Bord auf den Weg von Lissabon nach Bermuda. Nach einem geplanten Tankstopp auf den Azoren, der aufgrund einer schlechten Wettervorhersage bis zum nächsten Tag dauerte, ging es weiter in Richtung Bermuda.

Das Wetter war immer noch wild, doch die Maschine startete. Der Pilot entschied sich, die stärksten Winde zu vermeiden und nicht höher als 2000 Fuß, also etwa 610 Meter, zu fliegen. Eine andere Maschine war der „Star Tiger“ voraus und beide hielten Funkkontakt – bis dieser nach mehreren Stunden in der Luft plötzlich abbrach. Während das eine Flugzeug sicher in Bermuda landete und der Kapitän keinerlei Turbulenzen oder anderen Schwierigkeiten begegnet war, blieb die „Star Tiger“ verschwunden.

Der Schatten eines Flugzeugs in den Wolken.
1948 sind gleich mehrere Flugzeuge spurlos verschwunden.
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Einige Verfechter des Bermudadreieck-Mythos ordnen das Verschwinden der „Star Tiger“ ihrer Theorie zu. Allerdings sind sich Fachleute nach allen Erkenntnissen sicher, dass die Maschine in nordwestlicher bis nordöstlicher Richtung verschwand und ein Unfall außerhalb des Bermudadreiecks passierte. Was mit der „Star Tiger“ wirklich passierte, ist bis heute ein Rätsel.

Ist das Bermudadreieck wirklich gefährlich?

Auch die Douglas DC-3 NC16002 verschwand 1948, am 28. Dezember. Das Flugzeug der US-amerikanischen Charterfluggesellschaft Airborne Transport startete in San Juan, Puerto Rico, und hatte Miami zum Ziel. Der letzte Funkkontakt bestand etwa 80 Kilometer südlich von Miami, dann verschwand die Maschine – im Bermudadreieck. Eine sechstägige Suche endete erfolglos. Wenige Tage später wurden zwei Leichen in der Nähe von Kuba entdeckt, unklar blieb jedoch, ob sie an Bord des Flugzeugs waren.

Was ist dran, am Mythos um das Bermudadreieck? Das Gebiet, das auch Teufelsdreieck genannt wird, liegt zwischen Miami, Bermuda und Puerto Rico. Nachdem tatsächliche Vorfälle mit Flugzeugen und Schiffen bekannt wurden, machten sich verschiedene Autoren ans Werk und befeuerten den Mythos mit Büchern und Filmen. Die Wissenschaft ist sich heute einig, dass die Zahl der Katastrophen im Bermudadreieck nicht auffällig hoch ist und viele verschwundene Schiffe wohl einfach im Sturm gesunken seien.

Verschollen im Atlantik – ein weiteres verschwudenes Flugzeug

Ebenfalls im Jahr 1948, am 1. August, verschwand eine Air-France-Maschine auf Flug 072. Das sechsmotorige Flugboot war auf dem Weg von Martinique nach Frankreich, als es in der Nacht über dem Atlantik verloren ging. Zuvor hatte die Besatzung ein Notrufsignal gesendet. Suchtrupps konnten nur wenige Wrackteile finden, der Rest der Maschine sowie die 52 Insassen sind bis heute verschollen.

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Im Nordatlantik verschwand am 11. September 1990 eine Boeing 727-247 bei einem transatlantischen Überführungsflug. Die Maschine war für Mittelstrecken konzipiert und musste deshalb mehrere Tankstopps auf der Strecke einlegen. In Keflavik, Island, verließen zwei Menschen das Flugzeug und zum Zeitpunkt des Weiterflugs befanden sich nur noch 16 Passagierinnen und Passagiere an Bord. Etwa 290 Kilometer östlich von Neufundland funkten die Piloten, nur noch wenig Treibstoff zu haben, und wollten auf dem Wasser notlanden. Dann brach der Kontakt ab. Weder die Maschine selbst noch Trümmer oder Leichen wurden je gefunden.

Maschine der Air Malta
Eigentlich sollte das Flugzeug nur überführt werden, doch nahe Neufundland verschwand es für immer.

Die Fake-Geschichte um Pan-Am-Flug 914

Es gibt auch Fälle, die klingen spektakulär und mysteriös, sind aber schlichtweg erfunden. Einer davon ist die Geschichte rund um den Pan-Am-Flug 914. Die Maschine, eine Douglas DC‑4, soll am 2. Juli 1955 mit 57 Passagierinnen und Passagieren sowie sechs Besatzungsmitgliedern auf dem Flug von New York nach Miami spurlos verschwunden und nach 30 Jahren nahe Caracas wieder gesehen worden sein. Im Netz wurde seitenweise darüber diskutiert, ob das Flugzeug mithilfe eines Wurmlochs durch die Zeit gereist sei.

Faktenchecker haben später herausgefunden, dass es sich um eine erfundene Geschichte der Zeitung „Weekly World News“ handelt, die dort jeweils 1985, 1993 und 1999 publiziert wurde. Vielleicht haben sich die Macher der erwähnten Serie „Manifest“ von diesem Vorfall inspirieren lassen. Fakt ist, dass beide Storys der Fantasie entsprungen sind.

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