Warum man im Hotel den Reisepass nicht abgeben sollte
Wer die deutsche Staatsangehörigkeit hat, muss in Deutschland seit Anfang 2025 beim Check-in keinen Meldezettel mehr ausfüllen – auch ein elektronischer Meldeschein ist nicht mehr vorgesehen.
Das Vorzeigen eines Identitätsnachweises (zum Beispiel des Personalausweises) ist für deutsche Hotelbesucherinnen und Hotelbesucher ebenfalls nicht verpflichtend.
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Reisende aus dem Ausland hingegen müssen nach wie vor einen Meldevordruck eigenhändig ausfüllen und unterschreiben. Dabei werden persönliche Informationen wie Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit sowie Ankunfts- und Abreisedatum abgefragt. Hotels sind verpflichtet, diese Daten ein Jahr lang aufzubewahren und auf Anfrage den Behörden vorzulegen.
Reisepass: Das gilt in deutschen Hotels
„Bei ausländischen Gästen muss das Hotel vom Gast die Vorlage eines gültigen Identitätsdokuments verlangen“, erklärt Markus Luthe, Geschäftsführer vom Hotelverband Deutschland (IHA), dem reisereporter. Bei inländischen Gästinnen und Gästen könne das Hotel um die Vorlage eines Identitätsdokuments bitten, dem müssen sie aber zustimmen.
Auch eine Kopie von Ausweis oder Reisepass dürfen Hotels nur mit deiner Zustimmung anfertigen. „Die Ablichtung muss zudem eindeutig und dauerhaft als Kopie erkennbar sein“, so Markus Luthe. Das kann zum Beispiel durch einen Vermerk auf dem Ausdruck geschehen.
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Den Reisepass behalten dürfen Hotels in Deutschland grundsätzlich nicht, das legt das Personalausweisgesetz fest. Solltest du also aufgefordert werden, deinen Ausweis für die Dauer des Aufenthalts abzugeben, kannst du dich weigern und dich auf dieses Gesetz berufen.
Andere Länder, andere Regeln
Übernachtest du in einem Hotel im Ausland, gelten möglicherweise andere Regeln. Laut Markus Luthe kann jedes Land innerhalb der Europäischen Union und im Schengenraum selbst über die Bestimmungen entscheiden.
Hotels müssten sicherstellen, „dass beherbergte Ausländer Meldevordrucke eigenhändig ausfüllen und unterschreiben und sich dabei gegenüber dem Hotel durch Vorlage eines gültigen Identitätsdokuments ausweisen“.
Die ausgefüllten Meldevordrucke müssen die Hotels bereithalten, wenn die zuständigen Behörden diese zum Beispiel im Rahmen der Strafverfolgung verlangen.
Das ist meistens eine Vorsichtsmaßnahme. Besonders streng sind dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zufolge Länder, in denen in der Vergangenheit Terroranschläge stattgefunden haben. Hier wollen Hotels oft den Reisepass kopieren oder behalten ihn sogar über Nacht.
In einigen Ländern gibt es auch regionale Unterschiede. Spanien beispielsweise hat laut dem Dehoga 17 verschiedene Reisepass-Regelungen, Italien sogar 21!
Daten könnten missbraucht werden
Für den gesamten Aufenthalt solltest du den Reisepass aber weder in Deutschland noch im Ausland an der Rezeption abgeben. Auf Reisen ist es wichtig, ein Ausweisdokument immer bei sich zu haben – etwa, um dich bei einem Unfall ausweisen zu können.
Außerdem enthält dein Reisepass sensible persönliche Daten wie Geburtsort oder Seriennummer. Gelangen diese in falsche Hände, könnten sie missbraucht werden. Das Gleiche gilt übrigens, wenn du deinen Ausweis beim Auto- oder Fahrradverleih als Pfand hinterlegst. Stattdessen solltest du lieber einen Wertgegenstand abgeben und deinen Ausweis immer bei dir behalten.
Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.